Ausweg aus dem Burnout

Müde, kraftlos und schlapp - einfach wie ausgebrannt. Immer mehr Menschen leiden unter dem so genannten Burnout-Syndrom. Beinahe ein Viertel der Bevölkerung in den westlichen Leistungsgesellschaften ist von diesem Phänomen betroffen - mit steigender Tendenz.

Die Gefühle bestimmen den Alltag

Es gibt Phasen im Leben, in denen das seelische Gleichgewicht gestört ist. Das Gefühl stellt sich ein, den alltäglichen Aufgaben nicht mehr gewachsen zu sein. Niedergeschlagenheit, Erschöpfung und Unausgeglichenheit bestimmen die Gefühlslage. Ursache dieser emotionalen Erschöpfung ist, in vielen Fällen, lang anhaltender Stress.

Ziehen sie die Notbremse - je früher desto besser

Wenn sie unter lang anhaltendem Stress und Gefühlsschwankungen leiden, kann das ein Zeichen für ein Burnout sein. Unterschätzen sie dies nicht, denn schon leichte Verstimmungen können ein Signal eines Anfangsstadium des Burnout-Syndroms sein. Außerdem werden die Chancen auf eine erfolgreiche Besserung geringer, je länger man mit dem Therapiebeginn wartet.

Literatur

Matthias Burisch
Das Burnout-Syndrom
Springer, Heidelberg 2006

Dr. Volker Friebel
Was tun bei Schlafstörungen?
Thieme, Stuttgart 1997

Dietmar Hansch
Erste Hilfe für die Psyche.
Springer, Heidelberg 2003

Volker Faust
Pflanzenheilmittel und Seelische Störungen
WVG, Stuttgart 2000

Burnout-Syndrom

Psychisch:
 
  • Gefühle des Versagens, Ärgerns und Widerwillens Schuldgefühle
  • Frustration
  • Gleichgültigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • völlige innere Leere
  • Verspannungen
  • Vergesslichkeit


 

Physisch:
 
  • andauernde Müdigkeit
  • Schlafstörungen
  • häufige Erkältungen und Grippen
  • Kopfschmerzen
  • Magen- Darm- Beschwerden
  • erhöhte Pulsfrequenz
  • erhöhter Cholesterinspiegel
 
Verhaltensebene:
 
  • (exzessiver) Drogengebrauch
  • erhöhte Aggressivität
  • häufiges Fehlen am Arbeitsplatz
  • längere Pausen
  • verminderte Effizienz
 
Sozialer Bereich:
 
  • Verlust von positiven Gefühlen gegenüber Klienten
  • Widerstand gegen Anrufe und Besuche
  • Unfähigkeit, sich auf Klienten zu konzentrieren und zuzuhören
  • Isolierung und Rückzug Ehe- und Familienprobleme Einsamkeit
 

(nach: Rothfuß 1999)

Sebstzerstörung auf Raten

Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von Untersuchungen und detaillierte Erklärungen für die Entstehung von Burnout.
Die Zusammenfassung der öffentlich diskutierten Ursachen sind hier auf zwei Bereiche zusammengefasst: 

  • mit Überstunden ohne und mit Bezahlung,
  • übertriebener Ehrgeiz,
  • sich unentbehrlich machen, ständige Erreichbarkeit etc.
  • starke emotionale Identifikation mit dem Beruf
  • vernachlässigen der familiären Beziehungen
  • vernachlässigen der sozialen Bindungen und Beziehungen
  • unregelmäßige Nahrungsaufnahme,
  • keine oder wenig Pausen,
  • kein oder wenig Urlaub
  • keinen Feierabend
  • keinen körperlichen und seelichen Ausgleich

Wege aus dem Burnout

Burnout Prävention

Burnout zu verhindern heisst sensibel zu sein für die eigenen Bedürfnisse und die der Mitarbeiter, kritische Themen ansprechen und Kritik aushalten gehören zu den einfachsten Tools der Prävention.
Die amerikanische Burn-Out Forscherin Chr. Maslach und ihr Kollege M.P. Leiter haben es in ihrem Buch "Die Wahrheit über Burn-Out" genauer gegliedert:
 

  • Arbeitsbelastung reduzieren
  • Wahl- bzw. Kontrollmöglichkeiten einbauen
  • Ausreichend Anerkennung
  • Gemeinschaftsgefühl
  • Fairness, Respekt, Gerechtigkeit
  • Wertschätzung der Arbeit


Jede Art der Entstehung von Burnout ist individuell und muss auch individuell betrachtet werden.
Eine allgemeingültige Prävention ist daher nicht bzw. nur sehr ungenau möglich.
Nur wer die wirkliche Ursache von Burnout kennt, ist in der Lage daraus Massnahmen abzuleiten.