Blutegeltherapie

Die Blutegeltherapie ist ein jahrtausende altes Heilverfahren. Der Blutegel wird eingesetzt bei Problemstellungen wie Krampfadern, Besenreisern, Venenleiden, Arthrose oder Tinnitus. Die Blutegel werden entweder mit der Hand oder einem Likörglas aufgesetzt und mit einem Holzspachtel an die konkrete Beschwerdestelle angesetzt. Der Blutegel saugt bei der Blutegeltherapie ca. 30 Minuten. Am Ende des Saugens fällt der Blutegel von alleine ab.

Die Blutegeltherapie ist ein jahrtausende altes Heilverfahren. Die ersten Aufzeichnungen über den Einsatz von Blutegel für die Blutegeltherapie findet man bereits im zweiten Jahrhundert vor Christi. Nachdem die Blutegeltherapie im letzten Jahrhundert nur selten zum Einsatz kam, erlebt sie in den letzten Jahren wieder eine Renaissance in der modernen Medizin.

Immer häufiger werden die positiven Eigenschaften des "Hirudo medicinalis" alias Blutegel wieder zum Einsatz gebracht. Neben den klassischen Einsatzbereichen wie Krampfadern, Besenreisern, Venenleiden, Arthrose oder Tinnitus wird heute die Blutegeltherapie auch in der modernen rekonstruktiven Implantationstherapie verwendet, indem mit Hilfe des Blutegels z.B. die Durchblutung eines reimplantierten Fingers wieder hergestellt wird.

Bei einer Behandlung mit 8 Blutegel liegt der Blutverlust für den Patienten inklusive dem Nachbluten bei ca 200 bis 350 ml Blut. Der Biss eines Blutegels wird von den Patienten empfunden wie Brennesseln oder Mückenstiche. Der Biss des Blutegels ist somit nicht schmerzhaft. Durch die histaminähnlichen Substanzen kann es im Verlauf der Behandlung zu einem leichten Jucken, ähnlich wie bei einem Insektenstich kommen.

Behandlungsverlauf

Wie verläuft die Behandlung?
Die Blutegelbehandlung erfordert in der Praxis ein gewisses Maß an Zeit und Geduld, sie dauert ca. 0,5-1 Stunde. Der Patient sollte möglichst bequeme und weite Kleidung tragen. Der Blutegel wird an die Hautoberfläche angesetzt. Sie spüren zu Beginn der Saugphase einen leichten Stich, der kurzfristig nachlässt. Erst wenn die Tiere voll gesogen sind lassen sie nach etwa 20-40 Minuten los und fallen ab. Für die Nachblutungen wird ein Verband angelegt, der ggf. zu Hause oder in der Praxis gewechselt werden muss. 

Blutegel verbessern die Abwehrkräfte des Immunsystems
Durch jede Blutegelbehandlung wird dem Körper Blut entzogen und dadurch das Knochenmark zur Produktion von frischen Blutzellen angeregt, was die Abwehrkräfte steigert.

Forscher haben über 18 Inhaltsstoffe gefunden mit folgenden therapeutischen Wirkungen:

  1. Entstauend und lymmphstrombeschleunigend
  2. Antithrombotisch
  3. Immunisierend und entzündungshemmend
  4. Gerinnungshemmend
  5. Beruhigend und gefäßkrampflösend.

Was ist gut behandelbar?

 

  • Venöse Stauungen (Krampfadern, Blutgerinnsel)
  • Knochenödeme
  • Arterienverkalkung
  • Arthrose
  • Gelenksbeschwerden aller Art (Tennis-Arm, Kniegelenke)
  • Kopfschmerzen (Migräne)
  • Rheumatismus
  • Tinnitus (Ohrgeräusche)
  • Venöse Stauungen (Krampfadern)
  • Venenentzündungen (Thrombosen)
  • Besenreiser
  • Bluthochdruck
  • Nervenschmerzen (Neuralgien)
  • Arterienverkalkung
  • Durchblutungsstörungen (schwere Beine)
  • Bandscheiben (Kreuzschmerzen)
  • Hämorrhoiden
  • Sportverletzungen
  • Gicht
  • Herpes Zoster (Gürtelrose)
  • Wundheilungsstörungen
  • Zerrungen und Verstauchungen
  • Muskelkrämpfe (Wadenkrämpfe)
  • Fibromyalgie
  • Rückenschmerzen

Kontraindikationen

  • Hämophilie (Bluterkrankheit)
  • Einnahme von blutgerinnungshemmenden Medikamenten u.a.
  • Erhebung in ausführlichem Aufklärungsgespräch